Bewegungsmangel und Depressionen bei Kindern

Bild: Robert Collins auf unsplash
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Bewegungsmangel und Depressionen bei Kindern

In den letzten zwei Tagen sind zwei Studien veröffentlicht worden, die aufhorchen lassen:

 

Einmal von der DAK mit dem alarmierenden Ergebnis, dass fast 8% aller depressiven Kinder und Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren für durchschnittlich 39 Tage ins Krankenhaus kommen.

 

Dann eine Studie der WHO, dass sich weltweit Kinder zu wenig bewegen, Mädchen sogar weniger als Jungs. Als Grund wird unter anderem die Zunahme bei der Nutzung von digitalen Medien vermutet.

 

Beide Studien machen mich sehr nachdenklich. Und ich habe, ohne dazu eine wissenschaftlich fundierte Grundlage zu haben, folgende Vermutungen:

 

Die Zunahme der Depressionen bei Kindern könnte einerseits mit dem Umfeld zu tun haben. Dazu zähle ich die möglicherweise belastenden Einflüsse aus der Umwelt, wie bspw. zunehmender Leistungsdruck, Reizüberflutung, (Schönheits-) Ideale aus den sozialen Medien, Zukunftsängste und ähnlichem.

Wenn ich mir darüber hinaus die Zunahme der psychischen Erkrankungen bei Erwachsenen zwischen den Jahren 2007 – 2017 von 123% (!) ansehe mache ich mir schon auch Gedanken darüber wie weit das Erleben von Erschöpfung bis hin zu Burnout und der damit einhergehende fehlenden „Stresskompetenz“ der Eltern einen negativen Einfluss auf die Kinder hat. Wenn Mama und Papa nicht wissen, wie sie mit den täglichen Herausforderungen gesund umgehen können, wie sollen es dann die Kinder lernen? Auch wenn Kinder in ihrem Elternhaus permanent gereizte Eltern erleben, die nur mit halbem Ohr auf die Bedürfnisse der Kinder hören oder evtl. aufgrund der beruflichen Belastung sich gar nicht die Zeit nehmen darauf einzugehen, kann dass für die Kinder im wahrsten Sinne des Wortes äußerst deprimierend sein.

 

Auch sehe ich einen großen Zusammenhang zwischen Depression und dem von der WHO ermittelten Bewegungsmangel. Aus der Stressforschung wissen wir, dass Bewegung ein wichtiger Bestandteil bei der Bewältigung von Stress ist. Dabei werden vor allem die Stresshormone Cortisol und Adrenalin abgebaut. Darüber hinaus macht es überaus zufrieden, wenn man eine sportliche Einheit bewältigt hat, was stimmungsaufhellend wirkt. Wird der Sport dann auch noch im Verein ausgeübt, kommt noch die soziale Komponente des Zugehörigkeitsgefühls dazu, ebenfalls ein wichtiges Instrument bei der Entwicklung von Stresskompetenz. Es muss nicht unbedingt Sport im Verein sein, auch das Toben an der frischen Luft mit Freunden wirkt sich positiv aus. Die Vorteile der Bewegung für die körperliche Gesundheit liegen darüber hinaus auf der Hand: Stärkung des Herz-Kreislaufsystems, der Lunge, Vorbeugung von Übergewicht und somit Diabetes Typ 2 sowie die positive Auswirkung auf das Muskel-Skelett-Systems bis hin zu den motorischen Fähigkeiten. Viele chronische Krankheiten können durch Bewegung positiv beeinflusst werden.

 

 

Welche Aufgaben haben wir also als Gesellschaft? Die Themen mentale Kompetenzentwicklung / Stressbewältigung sowie Bewegung müssen noch stärker in den Fokus von Erziehung in den Familien, dem Schul- aber auch im Arbeitsalltag verankert werden. Die Instrumente sind vielfältig, angefangen bei Bewegung und Ernährung über kognitive Stressbewältigung bis hin zu Achtsamkeit und Entspannung.

 

Ich würde mir wünschen, dass einerseits noch mehr Aufklärung betrieben, und vor allem in Kindergärten, Schulen und Unternehmen mehr Raum gegeben würde diese Instrumente in der täglichen Praxis einzuüben.

 

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Werte

Bild: Kristy Kravchenko - unsplash
Bild: Kristy Kravchenko - unsplash

WERTE

Früher oder später lande ich in den Coaching-Sitzungen mit meinen Klienten beim Thema Werte und viele sind erstaunt, wie sehr diese unser Leben bestimmen.

 

Was sind Werte? Sie können erstrebenswerte Zustände sein, Ziele, Ideen, Richtlinien, Überzeugungen, Bedürfnisse, Motive und vieles mehr. Unsere Werte beeinflussen unser Denken und Handeln, sowie unsere Beziehungen zu anderen Menschen.

 

Werte sind nicht starr, sondern können sich durchaus im Laufe des Lebens wandeln. Sie entstehen aufgrund des familiären, kulturellen, soziologischen oder politischen Umfelds und können sich darin auch entsprechend ändern. Auch ihre Gewichtung kann, je nach Lebenssituation, variieren. So wird ein schwer kranker Mensch andere Werte entwickeln oder seinen ursprünglichen Werten eine andere Wertigkeit beimessen, als er es im gesunden Zustand tat. Bricht jedoch einer oder brechen mehrere Werte weg, weil sie beispielsweise nicht befriedigt werden, dann kann das uns in eine existentielle Krise stürzen.

 

Viktor Frankl (*1905 - 1997) sieht in den Werten vor allem die Möglichkeit Sinn in bestimmten Lebenssituationen zu finden. Sie sind also die inneren Motoren für ein erfülltes Leben. Er unterscheidet zwischen drei Kategorien von Werten, die es uns möglich machen ein sinnerfülltes Leben zu führen:

 

Schöpferische Werte: dazu gehören Kunst, Arbeit, grundsätzlich alles, womit wir etwas erschaffen

Erlebniswerte: Natur, Unternehmungen, Abenteuer, Begegnungen mit Menschen und Tieren

Einstellungswerte: Überwindung von Schwierigkeiten und Krisen, Perspektivenwechsel, Haltung und Würde

 

Den wenigsten ist wirklich bewusst, welche Werte ihnen wichtig sind. Es ist spannend zu erleben, wie sich Klienten im Rahmen einer Intervention ihre Werte ins Bewusstsein holen und welche Emotionen teilweise dadurch hervorgerufen werden. Nicht selten führt diese Besinnung auf die eigenen Werte zu einer tief empfundenen Dankbarkeit für das was ist und das, was einem scheinbar im Weg steht, verliert an Relevanz.

 

Wertearbeit ist spannend, herausfordernd, emotional und unwahrscheinlich bereichernd!

 

 

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Weihnachtsgruß

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Rückengesundheit und der Zusammenhang mit Stress

Foto: Jesper Aggergaard - unsplash.com
Foto: Jesper Aggergaard - unsplash.com

Laut DAK Report von 2018 leidet jeder 7. Erwerbstätige an Rückenschmerzen. Dadurch kommt es zu 35 Millionen Ausfalltagen.

 

Laut BAUA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) stiegen im Vergleichszeitraum 2007 bis 2016 die Arbeitsunfähigkeitstage in der Diagnosegruppe der Muskel-, Skelett- und Bindegewebskrankheiten um 49%.

 

Doch was sind die Ursachen für Rückenschmerzen und was kann dagegen getan werden? Welcher Zusammenhang besteht zwischen Rückenbeschwerden und Stress?

 

ALTER

 

Gegen das Altern kann man bekanntlich schwer etwas unternehmen. Man kann jedoch mit unterschiedlichen Maßnahmen seine Gesundheit fördern und bewahren, so dass man auch noch im Alter (rücken-)fit bleibt.

 

 

HÄUFIG UNBEQUEME HALTUNG BEI DER ARBEIT

 

Gerade Schreibtischtäter neigen dazu eine falsche Haltung bei der Arbeit einzunehmen. So wird gerne mal der Telefonhörer zwischen Schulter und Ohr geklemmt und gleichzeitig am PC geschrieben oder andere Dinge erledigt.

 

Bildschirm, Bürostuhl und Schreibtisch sind nicht richtig eingestellt. Was können Sie also tun?

  • stellen Sie Bildschirm, Bürostuhl und Schreibtisch ergonomisch richtig ein
  • wechseln Sie immer wieder die Sitzposition
  • machen Sie spätestens nach 60 Minuten eine Pause, stehen Sie auf und bewegen Sie sich etwas
  • bauen Sie in den Alltag kleine, leichte Rückenübungen ein

 

MANGELNDE BEWEGUNG

 

Die WHO empfiehlt 16- bis 64-jährigen wöchentlich mind. 150 Minuten moderate Bewegung oder 75 Minuten extensive Bewegung. Dabei sollte eine Bewegungseinheit mind. 10 Minuten umfassen. Moderate Bewegung kann beispielsweise zügiges Spazierengehen, Radfahren, Schwimmen, Walken, aber auch Gartenarbeit oder im Winter Schneeschaufeln sein.

 

Die Vorteile der Bewegung sind vielfältig:

  • Stärkung des Muskel- und Skelettsystems
  • Vorbeugung von Rückenschmerzen
  • Training der Motorik, Koordination und Balance, somit Schutz vor Stürzen bzw. Verbesserung der Fähigkeit sich abzufangen, wenn man doch fällt, Verringerung des Verletzungsrisikos
  •  Abbau der Stresshormone Cortisol und Adrenalin
  • Ein Großteil der Rückenschmerzen, vor allem im Schulter- und Nackenbereich, sind durch Stress bedingt. Unter hoher psychischer Belastung verkrampfen sich viele Menschen, was zu chronischen Verspannungen führen kann.
  • Steigerung der Zufriedenheit
  • Nach erfolgreich absolvierter Trainingseinheit werden sogenannte Glückshormone wie Serotonin, Dopamin und Endorphine ausgeschüttet, die dem Stress positiv entgegenwirken.
  • Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems und somit Vorbeugung von koronaren Erkrankungen
  • Senkung der Wahrscheinlichkeit an Diabetes, Darm- oder Brustkrebs sowie einer Depression zu erkranken
  • Stärkung des Immunsystems
  • Vermeidung von Übergewicht
  • Verbesserung des Körpergefühls und der Selbstwirksamkeit
  • Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff und dadurch Verbesserung der Konzentrations-, Denk- und Merkleistung

 

HOHER ZEIT- UND LEISTUNGSDRUCK, HOHE BEREITSCHAFT AN SEINE LEISTUNGSGRENZEN ZU GEHEN

 

Durch hohen Zeit- und Leistungsdruck bzw. einer hohen Bereitschaft an seine Leistungsgrenzen zu gehen, werden immer mehr die eigenen Bedürfnisse verdrängt. Betroffene nehmen sich nicht mehr die Zeit um bewusst Pausen zu nehmen, auf ihre Ernährung zu achten und Sport zu betreiben. Darüber hinaus fehlt ihnen die Fähigkeit abends anzuschalten. Oft wird die Arbeit mit nach Hause genommen. Was können Sie dagegen tun?

  • realistische Tages- und Wochenplanung
  • Zeit- und Ressourcenmanagement
  • Legen Sie regelmäßige Pausen ein, empfohlen wird alle 60 Minuten. Stehen Sie auf, bewegen Sie sich etwas.
  • Auch mal NEIN sagen. Sie werden sehen, wenn Sie eine realistische Alternative anbieten, wird das NEIN auch akzeptiert.
  • Überdenken Sie Ihre innere Haltung, wie bspw. Perfektionismus, Einzelkämpfertum, Kontrollstreben, Selbstüberforderung, Ungeduld)
  • Bitten Sie um Hilfe und delegieren Sie Aufgaben.

 

SCHLECHTE LIFE-BALANCE

 

Wer eine hohe Leistungsbereitschaft hat, tut sich oft schwer am Abend oder an freien Tagen abzuschalten. Oft werden berufliche, aber auch private Dinge (z. B. Steuererklärung, Banküberweisungen, u. ä.) noch nach Feierabend erledigt. Neben den persönlichen Bedürfnissen werden somit auch oft soziale Kontakte vernachlässigt.

  • Verzichten Sie vor allem abends auf die Nutzung von digitalen Medien, wie Tablet, Smartphone oder Laptop. Durch das Blaulicht der Bildschirme wird die Produktion von Melatonin gedrosselt, einem Enzym, welches für die Müdigkeit zuständig ist. Dies führt oft zu Einschlafstörungen sowie schlechtem Schlaf.
  • Lernen Sie wieder geistig abzuschalten
  • unternehmen Sie etwas mit der Familie oder Freunden
  • Nehmen Sie bewusst Auszeiten, lernen Sie Entspannungstechniken wie autogenes Training, Meditation, Yoga, lesen Sie ein spannendes Buch, machen Sie Sport. Ihnen fallen bestimmt noch viele andere Dinge ein.
  • Pflegen Sie Ihre Hobbys.
  • Achten Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

 

Wenn Sie also seit einem längeren Zeitraum Rückenprobleme haben, überprüfen Sie Ihre Lebensweise und schauen vor allem darauf, ob Sie Belastungen ausgesetzt sind. Gerne begleite ich Sie dabei zu erkennen wie hoch Ihr Stresslevel bereits ist und Ihre persönliche Lösungsstrategie zu entwickeln. Nehmen Sie Kontakt zu mir auf:

 

 

Telefonisch: 08062 / 90 83 195

Mail: info@life-balance-coaching-hofer.de

 

 

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Gesunde Führung: Welchen Einfluss hat die Führungskraft auf die psychische Gesundheit der Mitarbeiter?

Foto: rawpixel.com auf unsplash.com
Foto: rawpixel.com auf unsplash.com

In meinem letzten Blog habe ich Ihnen die 4 Rollen einer Führungskraft vorgestellt und grob die damit verbundenen Aufgaben skizziert, sowie den Hinweis gegeben, dass je nach dem, wie eine Führungskraft ihre Rollen bedient, sie wesentlich zur psychischen Gesundheit der Mitarbeiter beitragen kann. Das große Dilemma dabei ist, dass Führungskräfte zwischen der Aufgabenorientierung und der Mitarbeiterorientierung im Konflikt stehen. Oft wird die Beziehungsarbeit von der Sacharbeit überlagert.

 

Es gibt mittlerweile diverse Studien zur psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz und welchen Einfluss Führungskräfte nehmen (können).

 

In einer Studie bei einem Schweizer Pharmaunternehmen von sciencetransfer in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann Stiftung bspw. stellte sich heraus, dass hoch belastete Mitarbeiter, die eine 20%ige höhere soziale Unterstützung* durch den Vorgesetzten erfahren, ein um 10% geringeres Risiko haben in ein Burnout zu fallen.

 

* Soziale Unterstützung: emotional oder kognitiv: Zuspruch und Trost erhalten, Motivation, Empathie zeigen, Sorgen ernst nehmen; instrumentell: benötigte Arbeitsmittel oder Informationen zu Verfügung stellen, zeitl. Unterstützung, Berücksichtigung privater oder familiärer Bedürfnisse)

 

http://www.sciencetransfer.com/other/sciencetransfer_socialsupport_cbiwrk_05-2010.pdf

 

Aufgrund einer Analyse verschiedener Studien kamen Gregersen et. al. (2011) zum Schluss, dass eine Führungskraft, welche die Fähigkeit hat die oben genannte Aufgabenorientierung mit der Mitarbeiterorientierung in Einklang zu bringen, einen wesentlichen positiven Einfluss auf die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter hat.

 

Unser Arbeitsleben ist geprägt von vielfältigen Herausforderungen. Dazu gehören:

  • Hoher Termin- und Leistungsdruck
  • Hohe Informationsflut
  • Fehlende Erholungsmöglichkeiten
  • Multitasking
  • Häufige Unterbrechungen
  • Entgrenzung von Arbeit

Mithilfe folgender Maßnahmen / Verhaltensweisen haben Führungskräfte positiven Einfluss auf die psychische Gesundheit der Mitarbeiter:

  • Abbau von Fehlbelastungen
  • Erkennen und Beseitigung von Gefährdungen (physisch und psychisch)
  • Unterstützung der Mitarbeiter im Umgang mit Stress
  • Geht mit gutem Beispiel voran (z. B. Einhaltung von Arbeitszeiten, Abwesenheit bei Krankheit) - gesunde FÜhrung beginnt immer bei einem selber
  • Handelt ressourcenorientiert
  • Positiver Umgang mit schwierigen Situationen
  • Wirksame Kommunikation (v. a. Senden von Ich-Botschaften, Vermeidung von Phrasenkillern, Sachlichkeit, zeitnahe Thematisierung von Vorfällen)

Grundsätzlich gilt:

 

Die Arbeit hat einen positiven Einfluss auf
die Gesundheit und die persönliche Entwicklung
des Einzelnen.

Gut gestaltete Arbeit stabilisiert die Psyche des Menschen.

 

Und: Stress kommt nicht vom Job allein - aber darauf werde ich in einem meiner nächsten Blogs genauer eingehen.

 

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Bewegungsmangel und Depressionen bei Kindern

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Werte

Bild: Kristy Kravchenko - unsplash
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Weihnachtsgruß

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Rückengesundheit und der Zusammenhang mit Stress

Foto: Jesper Aggergaard - unsplash.com
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Gesunde Führung: Welchen Einfluss hat die Führungskraft auf die psychische Gesundheit der Mitarbeiter?

Foto: rawpixel.com auf unsplash.com
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